Profis 13.02.2018 — 16:30 Uhr

Ursachen für die Gegentore bekämpfen

Schwarz: Verhalten im individuellen Zweikampf und in der Kette sowie Laufleistung muss besser werden

Beim 1. FSV Mainz 05 hat am Dienstagnachmittag die neue Trainingswoche begonnen. Eine kurze Woche, denn bereits am Freitagabend (20:30 Uhr) steht das nächste Auswärtsspiel in der Bundesliga bei Hertha BSC an. Die 2:4-Niederlage am Fastnachtssamstag, dazu der entstandene Konflikt mit der Anhängerschaft hat die Situation im Klub und im Abstiegskampf weiter verschärft. "Jetzt ist der Nullpunkt erreicht", erklärte Sandro Schwarz vor der Übungseinheit am Bruchweg. "Aus der Situation, die am Samstag entstanden ist, haben sich jetzt alle ausgekotzt. Nun muss es darum gehen, eine Stimmung im Verein zu erzeugen, in der alle an einen Tisch, in die Kommunikation rein müssen, um im Austausch die ganze Atmosphäre zu verbessern." Ein Erfolgserlebnis der Mannschaft im Olympiastadion, das weiß auch der 05-Trainer, wäre dabei absolut hilfreich. "Egal, wie beschissen das jetzt alles war, wir müssen die Chance erkennen, das Ganze in andere Bahnen zu lenken. Und da sind wir als Mannschaft zuerst in der Verantwortung."

Das Grundproblem, das sich spätestens in den vergangenen Auftritten des Teams herauskristallisiert hat, ist die Art und Weise, wie sich die 05er ihre Gegentreffer und damit die Niederlagen einhandeln. "Wir stellen uns nicht hin und sagen, der liebe Gott hat etwas gegen uns, es läuft einfach schlecht. Sondern wir müssen die Ursachen dafür bekämpfen, warum wir die Spiele verlieren", sagt Schwarz. "Es ist brutal ärgerlich, wie wir die Gegentore bekommen. Das sind zu viele und zu viele einfache." Schwarz führt dies auf individuelles Zweikampf- plus Kettenverhalten zurück. "Unsere Abstände sind nicht kompakt genug, um die Dinge zu verteidigen und zu verhindern. Unser Schwerpunkt muss sein, in diesem Abstiegskampf zuerst Gegentore in dieser Häufigkeit zu verhindern. Abstiegskampf bedeutet die Dinge, für die du keine vier Wochen Training brauchst, besser zu machen, dir über viele kleine Erfolgserlebnisse Sicherheit zu holen, genauso wie die Bereitschaft dagegen anzugehen. Das ist der Auftrag für Freitagabend in Berlin.“

Mentale Freiheit fehlt auswärts

Nach den vielen Negativerfahrungen auf fremden Plätzen ist dies inzwischen sicherlich auch ein Kopfproblem. "Es gibt den einen oder anderen, der sich sehr viel mit der Situation und dem Verein beschäftigt und dann nicht so frei im Kopf ist, wie er sein müsste", sagt Schwarz. Das sei keine Einstellungssache, "aber man merkt uns schon an, dass uns diese mentale Freiheit, die wir in den Heimspielen in letzter Zeit drin hatten, als wir ordentliche Leistungen abgeliefert haben, auswärts fehlt. Es ist sicher schon eine psychische Geschichte, da den richtigen Knopf zu drücken".

Er werde mit seinem Trainerstab alles dafür tun, die Mannschaft so vorzubereiten, dass die Möglichkeit bestehe, bei der Hertha zu punkten. "Das ist keine Schönrednerei", betont der 05-Coach, "es gehört einfach zum Trainerrüstzeug dazu, den Spielern zu vermitteln, im nächsten Spiel die große Chance zu sehen, die Mängel abzustellen. "Im Abstiegskampf gehört es auch dazu, dich nicht nur mit dem negativen Druck zu belasten und so tief damit zu beschäftigen, dass du gar nichts auf die Reihe bekommst, wie es den Eindruck erweckt hat in Frankfurt", sagt Schwarz. "In unserer Situation geht es aber nicht darum, nun alle Dinge grundlegend zu ändern, sondern wir müssen sie besser machen. Wir können nicht alles über Bord werfen und sagen, jetzt stehen wir erst einmal nur hinten drin, verteidigen nur und gucken, was passiert. Wir müssen die Dinge, die nicht gut sind, einfach besser machen. Das ist der Anker, den wir brauchen."

Defensive Stabilität

Das heißt für die nächste Partie: Seriöse Arbeit gegen den Ball und mehr Klarheit im Spiel aus eigenem Ballbesitz heraus. Zwei Tore in Hoffenheim, zwei jeweils in Hannover, Bremen und Leipzig zeigen, dass bei den 05ern die Offensive nicht das gravierende Problem ist. Sondern die defensive Stabilität, das individuelle Zweikampfverhalten, die Torverhinderung mit aller Konsequenz.

"Es ist nicht die blinde Laufleistung, dem Mann hinterher rennen, sondern das Verhalten in der Kette, mit Sprints im Raum die sechs, sieben Meter zu sichern. Wenn du das auf Strecke immer wieder machst, kommt auch die höhere Laufleistung", betont der Trainer. Diese Umsetzung müsse am Freitag in Berlin gelingen.

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