Profis 13.05.2021 — 15:20 Uhr

Boëtius: "Wollen Geschichte weiterschreiben"

Der Niederländer über den Saisonendspurt, defensive Entwicklungen und ein neues Selbstbewusstsein in Mainz / "Tut mir gut, Teil dieser Mannschaft zu sein"

Nach neun ungeschlagenen Spielen in Folge, der längsten Serie der Vereinsgeschichte, haben sich die 05ER zwei Spieltage vor Saisonende in der Bundesliga inzwischen in eine komfortable Lage gebracht. Der direkte Abstieg konnte bereits abgewendet werden, mit einem Sieg am Sonntag (18 Uhr) im Heimspiel gegen Borussia Dortmund wären die 05ER vorzeitig gerettet. Unter Umständen könnte es auch am Samstag schon zu einer Entscheidung kommen. Das hätte aber keine Auswirkungen auf den eigenen Auftritt, wie Jean-Paul Boëtius erklärt, der sich mit seinen Mitspielern aktuell im Quarantäne-Trainingslager im Favorite Parkhotel befindet: "Wir als Mannschaft wollen einfach jedes Spiel gewinnen. Am Sonntag haben wir ein geiles Spiel gegen Dortmund vor der Brust – da wollen wir unbedingt punkten."

Die sieben Partien am Samstag werde sich das Team aber dennoch anschauen. "Morgens haben wir Training, nachmittags gucken wir die Spiele", verriet Offensivspieler Boëtius am Donnerstagmorgen im Rahmen einer digitalen Medienrunde und gab einen Einblick in das Leben der 05-Profis im Quarantäne-Trainingslager, das bis Saisonende unter höchstmöglichem Infektionsschutz der Lebensmittelpunkt sein wird. "Viele Spieler haben ihre Playstation mitgenommen und zocken, aber wir können auch Tischtennis, Karten, Tischkicker oder Fußballtennis spielen."

Auch in der vergangenen Spielzeit trafen die 05ER kurz vor Saisonende auf den BVB - und setzten sich mit 2:0 durch.

Defensive Entwicklung unter Svensson

Die eigene Leistung der vergangenen Wochen habe zudem für eine weniger angespannte Herangehensweise gesorgt: "Im Moment sind wir noch entspannt, was auch mit unserer Form zu tun hat. Wir haben alles in der eigenen Hand, was sicherlich von Vorteil ist, wir sind nicht abhängig von anderen Mannschaften – das sorgt natürlich für weniger Druck", so Boëtius, der gleichzeitig die Ziele der Rheinhessen hervorhob: "Wir haben jetzt neun Spiele in Serie nicht verloren – das war auch in dieser Saison schonmal anders. Diese Geschichte wollen wir natürlich weiterschreiben. Auch wenn der Klassenerhalt schon geschafft sein sollte, müssen wir immer mehr machen. Wir sagen immer 'Hard work Pays off', deswegen gehen wir diesen Weg weiter, was auch wichtig im Hinblick auf die kommende Saison ist."

Eine laufstarke Mannschaft waren wir immer schon, das haben wir in den letzten Jahren gezeigt, aber wir bekommen aktuell viel weniger Gegentore

Dass die Mainzer als Sechster der Rückrundentabelle den unter Chefcoach Bo Svensson eingeschlagenen Weg weiter fortsetzen wollen, scheint nur logisch. Vor allem defensiv hat man große Fortschritte machen können, was sich auch in den Statistiken der drittbesten Defensive der Rückrunde zeigt. "Wir sagen immer: Angreifen fängt mit defensiver Arbeit an und je höher wir den Ball erobern, desto näher sind wir am gegnerischen Tor", bringt es Boëtius auf den Punkt: „Wir werfen sehr viel Energie in unsere Defensivarbeit – eine laufstarke Mannschaft waren wir immer schon, das haben wir in den letzten Jahren gezeigt, aber wir bekommen aktuell viel weniger Gegentore – das steigert natürlich die Chance, zu gewinnen oder zumindest zu Null zu spielen."

Beim Auswärtssieg in Köln Anfang April erzielte Boëtius (rechts) seinen bislang einzigen Saisontreffer.

"Immer an dieses Wunder geglaubt"

Für den Niederländer, der von allen Mainzern in der aktuellen Saison am vierthäufigsten eingesetzt wurde, stellen die letzten beiden Liga-Spiele eine Chance auf einen versöhnlichen und von vielen nicht mehr geglaubten Rundenabschluss dar. "Die Saison war für mich natürlich auch schwierig, ich habe bessere Zeiten in Mainz gehabt, deswegen sind die Erwartungen an mich immer groß. Wenn ich mal auf der Bank saß, habe ich immer weiter gemacht, auch wenn es Situationen gab, in denen es nicht so einfach war, die Motivation zu finden. Meine Mitspieler und das Trainerteam waren immer für mich da und haben versucht, mich positiv zu beeinflussen", blickt der 27-Jährige zurück. "Ich habe immer an dieses Wunder geglaubt und wollte diesen Schritt gehen und nicht so schnell wie möglich vor der Situation wegrennen. Ich war auch verantwortlich und es tut mir einfach gut, Teil dieser Mannschaft zu sein und diese geile Leistung in der Rückrunde zu erleben."

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