Nachwuchs 24.11.2020 — 12:30 Uhr

NLZ: Noch immer etwas Besonderes

Anke Bos und Petra Ploch: Ohne die langjährigen Mitarbeiterinnen würde der Betrieb im Nachwuchsleistungszentrum nicht laufen

Wer im NLZ in der Haupttribüne des Bruchwegstadions zu Gast ist, wird herzlich von Petra Ploch (li.) und Anke Bos empfangen.

Wer das Nachwuchsleistungszentrum von Mainz 05 in der Haupttribüne des Bruchwegstadions betritt kommt an ihnen nicht vorbei: Anke Bos und Petra Plochempfangen seit vielen Jahren jedoch nicht nur alle Gäste, sondern haben vielfältige Aufgaben, die eines zeigen: Ohne die langjährigen Mitarbeiterinnen würde der tägliche Betrieb im Nachwuchs der 05ER nicht laufen.

"Die beiden sind die Besten", ruft Junioren-Cheftrainer Jan Siewert, während er kurz hereinschaut, um zu grüßen. Es ist nur eine Randnotiz während des Gesprächs mit Anke Bos und Petra Ploch, doch er zeigt, wie wichtig beide Mitarbeiterinnen sind. Ploch ist seit 2005 im NLZ der 05ER, zunächst als Betreuerin verschiedener Mannschaften, seit Dezember 2011 festangestellt als Turnierkoordinatorin und Materialverwalterin. Bos ist seit Oktober 2013 für alle Verwaltungsaufgaben zuständig.

Beide eint, dass sie sich voll mit ihrem Arbeitgeber identifizieren und ihrem Job gerne nachgehen. "Für mich war es immer ein Traum bei Mainz 05 zu arbeiten", sagt Bos, die bereits Anfang der Siebziger erstmals mit ihrem Vater ins Bruchwegstadion ging und dem Verein als Fan seitdem immer treu geblieben ist. "Seit ich fest bei Mainz 05 arbeite, fiebere ich noch mehr mit. Die letzte Saison war für mich mit dem Abstiegskampf furchtbar. Das kostet mich manchmal sehr viel Nerven", gibt sie zu. Auch Ploch ist bei Heimspielen gerne am Bruchweg und in der OPEL ARENA zu Gast. "Ich bin Fan geworden, seitdem ich Mainz 05 in meiner Tätigkeit als Betreuerin der U15 näher kennengelernt habe."

Im NLZ trifft man die beiden meist am Empfang an oder hat sie am Telefon, wenn man im Nachwuchs der 05ER anruft, doch ihr Tätigkeitsbereich ist weitaus größer. Ploch übernahm die Verwaltung des Materiallagers von zwei damaligen Kollegen schon, als sie noch Betreuerin war. "Anfangs lagerte alles noch in den alten Containern der Geschäftsstelle, ein bisschen ohne genauen Plan. Nachdem ich dann mal Ordnung reingebracht hatte, haben sich alle anderen ausgeklinkt und ich blieb. Nach dem Umzug in die Haupttribüne hatten wir dann den jetzigen Materialraum und wurden schon professioneller. So hat das dann Formen angenommen", beschreibt sie. In dem kleinen Raum zwischen den Jugendkabinen lagert von Taschen über Schuhe, Winterjacken, Trainingsshirts, Trikots, Hosen, Stutzen und vielem mehr alles, was der Nachwuchs zum Spielen und Trainieren braucht.

Bos war 2013 noch ehrenamtliche Jugendleiterin beim SC Moguntia Mainz und bewarb sich auf die Stelle, nachdem sie der heutige U19-Betreuer Thomas Fischer dazu ermuntert hatte. "Und dann wurde ich genommen"; sagt sie mit einem Lächeln. In den Bereich der Verwaltung fallen bei Bos zahlreiche Aufgaben. "Zum Beispiel hole ich die Spielberechtigungen für die Neuzugänge ein, Spieler, die uns verlassen, müssen abgemeldet werden. Ich verwalte den Fuhrpark des Nachwuchsleistungszentrums, bin zuständig für die Organisation der Auswärtsfahrten der U19 und U17. Beim Spielbetrieb bin ich zuständig für die Spielverlegungen und bin Ansprechpartnerin für die Gastvereine", so Bos. 

Begleiten und aufwachsen sehen

Einen Großteil ihrer Arbeit nimmt die Organisation der sechs Buslinien mit 15 Fahrern ein, die die Spieler täglich zum Bruchweg bringen. "Zunächst entscheidet Stefan Hirschberg (Sportlicher Leiter U12-U16, Anm. d. Red.), bei welchen Spielern Bedarf besteht, dann entwerfe ich die Route, damit sie immer pünktlich da sind – in Zusammenarbeit mit den Busfahrern. Die Eltern sind unheimlich dankbar dafür, dass sie unterstützt werden", betont Bos. Auch bei den jährlich stattfindenden MINI-KICKER-TAGEN sind beide vor, während und nach der Veranstaltung mit unermüdlichem Einsatz dabei.

Es sind viele Kleinigkeiten, die Tag für Tag anfallen, oft wissen beide morgens nicht, was der Tag alles bringen wird. "Manchmal braucht man starke Nerven", sagen sie und betonen aber, dass ihnen vor allem die Abwechslung und die vielen sozialen Kontakte in ihrem Job Freude machen. "So anstrengend die Arbeit manchmal ist, ich mache sie unheimlich gern. Gerade in der Corona-Zeit ist mir aufgefallen, dass ich die sozialen Kontakte auch hier im NLZ vermisse. Auch nach so vielen Jahren sind diese immer noch spannend“" sagt Bos. Ploch erwähnt, dass viele Kontakte auch weiter bestehen, selbst wenn Trainer oder Mitarbeiter bei Mainz 05 ausscheiden. So sendete der ehemalige U23- und Profitrainer Martin Schmidt beiden regelmäßig Grüße zum Muttertag.

Das ich mit diesen Menschen hier im NLZ zusammenarbeiten darf, empfinde ich immer noch als Geschenk und es ist etwas Besonderes, jeden Tag

Spannend sei es auch immer wieder die Spieler über viele Jahre zu begleiten und quasi aufwachsen zu sehen. "Wenn sie dann oben ankommen, ist das großartig. Als Paul Nebel im Pokal seinen ersten Einsatz bei den Profis hatte, habe ich Gänsehaut bekommen", sagt Bos. "Bei André Schürrle war ich Betreuerin in der U17, das sind auch großartige Erinnerungen, wenn man sieht, wie er sich danach entwickelt hat", ergänzt Ploch. Egal ob ehemalige Profis, Trainer oder Spieler. "Das ich mit diesen Menschen hier im NLZ zusammenarbeiten darf, empfinde ich immer noch als Geschenk und es ist etwas Besonderes, jeden Tag", sagt Bos, während Ploch zustimmend nickt.

Dieser Text ist im aktuellen NLZ-Saisonmagazin 'Am Bruchweg' erschienen. Auf der Homepage ist das Magazin hier als PDF abrufbar.

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