Vorberichte 18.09.2020 — 14:30 Uhr

"Leipzig muss den Atem spüren"

05ER starten am Sonntag in Leipzig in ihre 15. Bundesligasaison der Vereinsgeschichte und haben vor Ort einiges gut zu machen

Dürfte in Leipzig erneut den rechten Flügel beackern: Eigengewächs Rilde Baku.

Der Terminplan hat dem 1. FSV Mainz 05 zwei zusätzliche Vorbereitungstage beschert zwischen dem Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal und dem Start in die neue Bundesligasaison. Achim Beierlorzer und seine Profis haben die Zeit genutzt, um noch diverse Aspekte abzuarbeiten und auch jene Dinge zu verbessern, die beim 5:1-Sieg gegen Regionalligist Havelse anfangs nicht so gut funktioniert hatten. Denn am Sonntag (15.30 Uhr) wartet eine schwere Prüfung: das Auswärtsspiel bei RB Leipzig vor rund 8500 Zuschauern. "Wir wollen es Leipzig möglichst schwer machen und haben dazu eine klare Idee", sagte der 05-Trainer im Rahmen der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Anpfiff.

Es ist für den FSV die insgesamt 15. Saison in der Bundesliga, die am Sonntag beim Champions-League-Halbfinalisten beginnt. Ein Saisonziel, das einen bestimmten Tabellenplatz beinhaltet oder fordert, haben weder der Cheftrainer noch Rouven Schröder formuliert. "Besser machen", heißt die Devise, die sowohl Beierlorzer als auch der Sportvorstand vor dem Auftakt ausgaben. "Besser werden, sowohl individuell als auch als Mannschaft", betonte der Coach. "Wir wollen es besser machen, als wir es phasenweise letzte Saison getan haben und an die Dinge anknüpfen, die wir gut dargestellt haben."

Ehrgeizig mit mehr Konstanz

Schröder sagte, das Ziel sei, eine gute Mannschaft zu haben: "Mein Wunsch ist, dass wir ehrgeizig sind, es bleiben und dies auch zeigen. Konstanz reinbekommen ist ein weiteres großes Ziel. Das ist nicht einfach mit einem so jungen Team, das von der Altersstruktur Top drei in der Liga ist. Wir wollen unseren Stil durchziehen, diszipliniert sein mit einer gewissen Schärfe. Wir wollen weiterhin mutig sein, junge Leute einzubauen und ihnen die Chance geben. Und wir wollen insgesamt besser werden."

Bereits am ersten Spieltag gegen diesen Gegner wird das auch dringend nötig sein. Zwei Niederlagen haben die Mainzer in der vergangenen Saison gegen die Leipziger kassiert und dabei 13 Gegentore gefangen. Das 0:8 auswärts bildete den Tiefpunkt der Saison. Beierlorzer hat seiner Mannschaft nun keine Szenen mehr aus diesen Begegnungen per Video vorgehalten, auch nicht vom 0:5 in der OPEL ARENA. Die Trainer haben sich jedoch das Spiel in Mainz nochmal angeschaut und nach Fehlern geforscht. "Für uns ist es wichtig, daraus zu lernen. Auch mental, dass man sich nicht unterkriegen lässt, weitermacht, auch wenn es mal Rückschläge gibt", sagte Beierlorzer.

Der von Julian Nagelsmann trainierte Gegner kommt im Allgemeinen über ein sicheres Passspiel und mit schnellen Aktionen in die Spitze. "Was sie aber vor allen Dingen auszeichnet, sind Gegenpressing und Angriffspressing, die schon ihresgleichen suchen. Wir müssen dagegen agieren, brauchen ein gutes Miteinander, um enge Räume zu schaffen und darin aggressiv nach vorne zu verteidigen." Timo Werner, der alleine sechs der 13 Gegentreffer erzielte und noch drei Vorlagen gab, spielt inzwischen beim FC Chelsea. Beierlorzer hat die Leipziger beim 3:0 im Pokal in Nürnberg beobachtet und erwartet, dass der Gegner die Abgänge von Werner und Mittelstürmer Patrick Schick kompensieren wird, sagt aber auch: "Wir sind gespannt, wie sie das hinkriegen und wollen möglichst viel dagegen tun, dass es klappt."

Gegner muss den Atem spüren

Für den 52-Jährigen, der bis auf die drei Corona-Ausfälle und Dong Won Ji (Sehnenreizung) alle übrigen Profis zur Verfügung hat, stellt die Kompaktheit dabei ein wichtiges Thema dar. Auch der eigene Ballbesitz. "Wir haben die lange Trainingswoche nach dem Pokal insgesamt genutzt, um uns weiter auf diese Saison vorzubereiten. Im Verlauf der Woche ging es dann um gesamttaktische Dinge. Wie wir verschieben wollen, welche Räume wir im Ballbesitz und in Umschaltmomenten nutzen wollen. Wir wissen aber natürlich, welche Aufgabe da jetzt auf uns zukommt."

Schröder richtete jedenfalls einen deutlichen Appell an die Mannschaft: "Es besser zu machen, ist der klare Auftrag. Wir wissen genau, wenn wir nicht eklig sind, wenn wir nicht nahe dran sind, dem Gegner nicht wehtun, dann wird es schwer. Das muss uns allen klar sein. Leipzig muss den Atem spüren, muss bei jedem Infight von ekligen Mainzern sprechen, von unserer Aggressivität."

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