Profis 04.12.2018 — 16:00 Uhr

Schwarz: "Eine gute Startrampe"

05-Trainer relativiert seine Kritik nach dem Auswärtssieg: Gewisse Konstanz erreicht, aber genügend Stoff für Trainingsarbeit

Sandro Schwarz bei der ersten Platzeinheit am Dienstagvormittag.

Der 1:0-Erfolg in Düsseldorf hat am Bruchweg für beste Stimmung und neue Motivation für die nächsten Aufgaben in der Bundesliga gesorgt. "Das Gute ist", sagte Sandro Schwarz am Dienstag in der wöchentlichen Medienrunde, "dass wir keine perfekte Leistung gebraucht haben, um ein Spiel zu gewinnen". Für den Trainer des 1. FSV Mainz 05 und dessen Kader geht es in dieser langen Trainingswoche bis Sonntag darum, die Basis für ein weiteres Erfolgserlebnis zu schaffen. "Wir haben eine gute Startrampe, jetzt wieder was zu erreichen vor eigenem Publikum gegen Hannover 96."

Der Trainer hatte nach der Vorstellung in Düsseldorf eher die Punkte angesprochen, die ihm im Spiel seiner Mannschaft nicht gefallen hatten, als sich über die Positiva auszulassen. Obwohl der Blick auf den Statistikzettel ihm schon signalisiert hatte, dass die Daten besser waren, als das Spiel ausgesehen hatte. Schwarz hatte viele einfache Ballverluste, mangelndes Tempo im Ballbesitz, zu viel Querspielerei, fehlende Handlungsschnelligkeit nach der Ballannahme beklagt. "Wir waren direkt nach dem Spiel extrem kritisch. Die Analyse der Bilder hat jedoch gezeigt, dass wir das Spiel in der zweiten Halbzeit bis zur 80. Minute auf unsere Seite gezogen haben. Das sollte man nicht vergessen."

Drei Siege in vier Spielen

Auch nicht, dass Jean-Philippe Mateta nach seinem Treffer eine weitere Großchance hatte, um vorzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. "Sicher, so war es am Ende ein glücklicher Sieg. Unser Spiel war aber nicht so schlecht wie es zunächst den Anschein hatte", sagte Schwarz mit dem nötigen Abstand. "Trotzdem ist es immer besser, kritisch zu sein, statt Dinge schönzureden. So haben wir genügend Stoff fürs Training in dieser Woche. Stoff plus Ergebnis, das ist immer gut für den Trainer." So, wie das Team in den vergangenen Wochen aufgetreten sei, gehöre es auch dazu, mal einen solchen Sieg einzufahren. "Es zeigt, dass wir eine gewisse Konstanz erreicht haben. Wir haben von den letzten vier Spielen drei gewonnen und eine Top-Leistung gegen Borussia Dortmund abgeliefert, die es eigentlich ermöglicht hätte, etwas zu holen."

Jetzt kommt Hannover 96 zum Spiel der Herzen. Ein Gegner, an den Schwarz nicht die besten Erinnerungen hat. Vor einem Jahr verloren die 05er zum Auftakt zu Hause das erste Bundesligaspiel ihres Trainers mit 0:1. Rückschlüsse aus dieser Begegnung mag der Coach jedoch nicht ziehen. Nur noch Stefan Bell, Daniel Brosinski und Danny Latza stehen aus dem damaligen Kader in der aktuellen Startelf. "Es ist schon außergewöhnlich, dass wir nach diesem Umbruch im Sommer mit vielen jungen Spielern solche Entwicklungsschritte machen. Das spricht für das Gesamte, für die Schlüsse, die wir gezogen haben und nun innerhalb kurzer Zeit eine Art von Fußball spielen, die uns gerecht wird", sagte der 40-Jährige.

Brosinski wieder fit

Zum Trainingsstart nach dem Leistungstest am Vortag fehlte Robin Zentner wegen individueller Belastungssteuerung, Karim Onisiwo wegen Erkrankung. Phillipp Mwene ist auch diese Woche noch nicht dabei, Robin Quaison (erkältet) absolvierte nur das Aufwärmprogramm und drehte dann ein paar Platzrunden. Finn Dahmen und Patrick Manthe waren die Trainings-Torhüter, weil Florian Müller noch nicht wieder einsatzfähig ist. Brosinski dagegen hat nach dem Pferdekuss aus der Düsseldorf-Partie wieder problemlos trainieren können.

Dass die Leistungsdichte groß ist, die Bereitschaft sich für einen Startplatz aufzudrängen, zeigte der 05-Kader im Vormittagstraining, das mit großer Intensität und Qualität über die Bühne ging. Und dass es sich lohnt, im Training Leistung zu zeigen, dafür lieferte Giulio Donati in Düsseldorf das beste Beispiel bei seinem ersten Kurzauftritt dieser Saison. "Er war sofort mit seiner Emotionalität drin im Spiel, hat gut verteidigt und viele Läufe gemacht. Das ist ein Beleg dafür, dass alle im Kader einen wichtigen Stellenwert für Leistung und Gruppendynamik haben", betonte der Trainer. "Bei uns sind alle komplett drin in der Leistung und kämpfen für ihre Chance", sagte Schwarz, fügte aber hinzu: "Wenn einer weniger machen würde, gäbe es auch sofort einen zwischen die Hörner."

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